Technik auf Weltreise ist eine der häufigsten Fragen, die wir bekommen. Was nehmt ihr mit? Welche Kamera? Welcher Laptop? Und wie bleibt ihr überall online? Die ehrliche Antwort: weniger als ihr denkt – aber das Richtige.
Wir haben uns über Monate damit auseinandergesetzt, was wirklich notwendig ist und was nur Ballast wäre. Hier ist unser komplettes Setup – mit konkreten Geräteempfehlungen, Preisen und unseren persönlichen Entscheidungen dahinter.
Das Smartphone – Herzstück der Reise
Das Smartphone ist das wichtigste Gerät auf jeder Weltreise. Es ist gleichzeitig Kamera, Navigationsgerät, Bankterminal, Kommunikationszentrale und Ticket-Wallet. Wer hier spart oder ein veraltetes Gerät mitnimmt, bereut es schnell.
- Hauptkamera für Alltagsmomente, Stories und spontane Aufnahmen
- Navigation via Google Maps oder Maps.me (offline)
- Banking – Twint, Wise, Revolut, E-Banking
- Kommunikation – WhatsApp, Signal, E-Mail
- Tickets & Buchungen – Flüge, Busse, Hostels
Empfehlung: iPhone oder Google Pixel. Beide bieten die besten Kamerasysteme, lange Software-Update-Unterstützung und solide Sicherheitsfeatures. Ein Android-Mittelklassegerät kann funktionieren, hat aber oft schlechtere Kamera-Software und kürzere Update-Zyklen.
Beim Kauf oder beim Check eures aktuellen Geräts auf zwei Dinge achten:
- eSIM-Fähigkeit prüfen – damit könnt ihr lokale Datentarife ohne SIM-Karten-Tausch aktivieren. Für Grenzübergänge und Ankunftstage enorm praktisch.
- Speicher mindestens 256 GB – Fotos und Videos fressen Platz. Wer viel filmt, nimmt 512 GB. Externe Speicherkarten sind bei iPhones keine Option, bei Android möglich aber nicht ideal.
Kamera – wieviel braucht ihr wirklich?
Das ist die Frage, die wir am häufigsten gestellt bekommen. Und die ehrliche Antwort ist: das kommt komplett darauf an, was ihr mit den Bildern machen wollt.
- Beste Bildqualität – auch bei wenig Licht
- Leicht für Vollformat oder APS-C
- Gute Video-Qualität für Blog & Social
- Wechselbare Objektive
- Teuer (1'200–2'500 CHF+)
- Klau-attraktiv – fällt auf
- Mehr Gewicht als Kompakt
- Sehr leicht und unauffällig
- Immer dabei – passt in jede Tasche
- Bildqualität gut für Web & Social
- Günstiger in der Anschaffung
- Weniger Kontrolle über Bildgestaltung
- Video meist weniger gut als Mirrorless
- Keine Wechselobjektive
| Kamera | Typ | Gewicht | Preis | Unser Urteil |
|---|---|---|---|---|
| Fujifilm X-S20 | Mirrorless APS-C | 491 g | ca. 1'400 CHF | Unsere Wahl – Kompromiss |
| Sony A7C II | Vollformat | 514 g | ca. 2'500 CHF | Overkill für Blog/Social |
| Sony RX100 VII | Kompakt | 302 g | ca. 1'100 CHF | Ideal für unauffälliges Reisen |
| GoPro Hero 12 | Action | 154 g | ca. 350 CHF | Pflicht für Wassersport |
| Smartphone (iPhone 15) | — | 171 g | — | Immer dabei, immer gut |
Laptop oder iPad?
Auch hier gibt es keine universelle Antwort. Entscheidend ist, was ihr unterwegs wirklich tut: Bloggen, Fotos bearbeiten, Remote-Arbeit – oder hauptsächlich konsumieren und Social Media pflegen?
- Leicht (1.24 kg), dünnes Profil
- Langer Akku – oft ganzer Tag ohne Steckdose
- Für Blogging & Foto-Bearbeitung ideal
- Lightroom, Final Cut, Vollbrowser
- Vollwertiges Betriebssystem
- Teuer (ca. 1'300–1'600 CHF)
- Klau-attraktiv im Hostel
- Sehr leicht, dünner als Laptop
- Instagram & TikTok-Editing perfekt
- Lightroom Mobile möglich
- Langer Akku
- Kein vollwertiger Ersatz für Laptop
- Browser-Einschränkungen bei manchen Diensten
- Mit Tastatur ähnlich teuer wie Laptop
Marc bloggt mit dem MacBook Air M2, ich (Fabienne) editiere TikToks hauptsächlich auf dem iPhone. Nur ein Gerät mitbringen ist realistisch – wählt das, was ihr wirklich braucht.
— FabienneInternet & SIM-Karten-Strategie
In Südostasien seid ihr fast überall gut versorgt – die Frage ist nur, wie günstig und bequem. Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze, die sich gut ergänzen.
- Günstig – oft 1–5 USD/Woche
- Viel Datenvolumen (20–50 GB)
- Sehr gute Netzabdeckung
- Einfach am Flughafen erhältlich
- Wechsel bei Länderwechsel nötig
- SIM-Slot belegt (kein Dual-SIM ohne eSIM)
- Sofort aktivierbar – noch vor Ankunft
- Kein SIM-Karten-Tausch nötig
- Mehrere Profile parallel möglich
- Teurer als lokale SIM
- Smartphone muss eSIM-fähig sein
- Nicht alle Anbieter überall verfügbar
| Land | Lokale SIM | Preis | Daten | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Thailand | DTAC / True | ca. 8 USD/Monat | 30 GB | Lokal kaufen |
| Vietnam | Viettel | ca. 5 USD/Monat | 30 GB | Lokal kaufen |
| Japan | IIJmio | ca. 15 USD/Monat | 15 GB | eSIM (Airalo) leichter |
| Indonesien | Telkomsel | ca. 8 USD/Monat | 30 GB | Lokal kaufen |
| Malaysia | Maxis | ca. 10 USD/Monat | 30 GB | Lokal kaufen |
Strom & Adapter
Südostasien ist bei Steckdosen eine bunte Mischung: Typ A (flache US-Stecker), Typ C (europäische Rundstecker) und Typ G (britischer Stecker, z.B. Malaysia und Singapur) wechseln sich je nach Land und Hotel ab. Ein Universaladapter löst das Problem auf einen Schlag.
- Universaladapter: 1 Stück pro Person – kauft einen guten, er hält die ganze Reise
- Powerbank: 10'000–20'000 mAh, max. 100 Wh (das ist die Flug-Limit-Grenze). Zwei kleinere statt eine grosse, falls ihr mehr braucht
- Multi-USB-Ladestation: 1 Stück für mehrere Geräte gleichzeitig – spart Adapter-Slots in der Steckdose des Hostels
Datensicherung & Cloud
Nichts ist schlimmer als verlorene Reisefotos. Deshalb: Backup-Strategie von Anfang an einrichten – und automatisieren, sodass ihr nicht daran denken müsst.
- Fotos: Automatische iCloud- oder Google-Photos-Sicherung aktivieren. Sobald WLAN vorhanden, läuft das im Hintergrund. Immer.
- Wichtige Dokumente: Pass-Scan, Versicherungspolice, Impfausweis – in ProtonDrive oder Google Drive ablegen (verschlüsselt). Zugriff von überall.
- Passwörter: 1Password oder Bitwarden. Beide sind günstig, sicher und funktionieren offline.
- 2FA aktivieren für alle wichtigen Konten – E-Mail, Banking, Soziale Medien – vor der Abreise.
- Backup-Codes für 2FA ausdrucken und separat (nicht auf dem Smartphone!) aufbewahren.
VPN – sinnvoll?
Kurze Antwort: ja, für die meisten Langzeitreisenden. Ein VPN ist kein Muss, aber es löst zwei konkrete Probleme, die früher oder später auftreten.
- Öffentliches WLAN in Hostels, Cafés und Co-Working-Spaces ist oft unverschlüsselt. Ein VPN schützt eure Verbindung vor neugierigen Mitnutzern.
- Netflix-Bibliothek: Mit einem Schweizer VPN-Ausgang habt ihr Zugriff auf die Schweizer Netflix-Auswahl, auch aus Thailand oder Japan.
- Empfehlung: NordVPN oder ExpressVPN – beide kosten 8–12 CHF/Monat bei Jahresabo.
Checkliste Technik
- Smartphone mit Displayschutz + Hülle
- Ladekabel + Universaladapter (mind. 1 pro Person)
- Powerbank (max. 100 Wh für Flüge – prüfen!)
- Kamera + Ersatzakku + Speicherkarte(n)
- Laptop oder iPad (je nach Nutzungsbedarf)
- Kopfhörer (In-Ear oder Over-Ear je nach Vorliebe)
- Cloud-Backup einrichten (iCloud / Google Photos aktivieren)
- 2FA für alle wichtigen Konten aktivieren
- Passwort-Manager einrichten und befüllen
- Backup-Codes für 2FA ausdrucken und sicher aufbewahren
- VPN-Abo abschliessen (vor Abreise!)
- Airalo-Konto erstellen und erste eSIM vorbereiten
Häufige Fragen
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Welche Kamera empfehlt ihr für Reisen? ▾Wir reisen mit der Fujifilm X-S20 – ein hervorragender Kompromiss aus Bildqualität, Gewicht und Preis. Wer unauffälliger reisen möchte, ist mit der Sony RX100 gut bedient. Für reine Social-Media-Inhalte reicht auch ein modernes iPhone vollständig aus.
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Muss ich einen Laptop mitnehmen? ▾Kommt auf euer Nutzungsverhalten an. Wer bloggt, Fotos bearbeitet oder remote arbeitet, braucht einen Laptop. Wer hauptsächlich Social Media konsumiert und TikToks direkt auf dem Smartphone dreht, kommt mit einem iPad oder sogar ohne Laptop aus. Marc reist mit dem MacBook Air M2, Fabienne arbeitet fast ausschliesslich auf dem iPhone.
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Wie surfe ich günstig im Ausland? ▾In Südostasien sind lokale SIM-Karten mit viel Datenvolumen sehr günstig – oft 5–10 USD pro Monat für 30 GB. Beim Grenzübertritt einfach eine neue SIM kaufen, meist direkt am Flughafen. Alternativ: eSIM-Anbieter wie Airalo für den Ankunftstag, bis zur nächsten SIM-Karten-Verkaufsstelle.
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Ist eine eSIM besser als eine lokale SIM? ▾Lokale SIMs sind günstiger, eSIMs bequemer. Wir empfehlen eine Kombination: Airalo-eSIM für den Ankunftstag und Grenzübergänge, danach lokale SIM kaufen. Wichtig: eSIM-Fähigkeit des Smartphones vorher prüfen. Nicht alle Geräte und nicht alle Netzwerke unterstützen eSIM.
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Wie sichere ich meine Fotos unterwegs? ▾Automatische iCloud- oder Google-Photos-Sicherung aktivieren – sobald WLAN vorhanden, läuft die Sicherung automatisch im Hintergrund. Wichtige Fotos zusätzlich in Google Drive oder ProtonDrive ablegen. Eine externe SSD als physisches Backup ist optional, aber empfehlenswert für Langzeitreisende mit vielen Rohbildern.
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Was tun wenn Elektronik gestohlen wird? ▾Erstattung über die Reise- oder Hausratsversicherung prüfen – viele decken auch Diebstahl von Elektronik im Ausland ab (Konditionen vorher klären!). Seriennummern aller Geräte vorher notieren und sicher in der Cloud speichern. Gerät sofort remote abmelden (Apple ID / Google-Konto sperren). Dann Passwörter aller wichtigen Konten ändern.