«Und wie viel kostet das jetzt?» Das ist die Frage, die uns seit dem ersten Gespräch über unsere Weltreise am häufigsten gestellt wird. Beim Mittagessen mit Kollegen, an Weihnachten bei der Familie, beim Bier nach der Arbeit. Alle wollen wissen: Was muss man auf der Seite haben, damit so ein Trip möglich ist?
Die ehrliche Antwort ist unbefriedigend: Es kommt drauf an. Auf die Route, den Stil, die Dauer. Aber «es kommt drauf an» hilft niemandem bei der Planung – deshalb zeigen wir dir in diesem Artikel konkrete CHF-Zahlen für drei verschiedene Reisestile, aufgeschlüsselt nach Kostenblöcken. Zahlen, wie sie aus der Schweiz aussehen – nicht aus Deutschland, nicht in Euro.
Wir haben ein Jahr lang jeden Franken notiert, der zur Seite gelegt wurde. Irgendwann hört man auf, das zu machen – nicht weil man aufgibt, sondern weil man merkt: Es reicht. Und dann bucht man.
— Fabienne, SolothurnDie grosse Frage: Was kostet das wirklich?
In der Weltreise-Community kursiert seit Jahren eine Faustregel: rund 1'000 bis 1'200 Euro pro Person und Monat. Geh-mal-reisen, einer der meistgelesenen deutschsprachigen Weltreise-Blogs, hat nach 11 Monaten Reise ihre tatsächlichen Kosten veröffentlicht: 14'368 Euro pro Person – was bei ihrem Reisestil etwa 1'300 Euro im Monat entspricht.
Für Schweizer heisst das umgerechnet: rund 1'100 bis 1'230 CHF pro Person und Monat. Wobei der CHF strukturell etwas stärker ist als der Euro – was uns in Südostasien konkret mehr Kaufkraft gibt. Dazu gleich mehr.
Wichtig: Diese Zahlen gelten vor allem für Südostasien und ähnlich günstige Regionen. Japan, Australien, Neuseeland oder Nordamerika sind deutlich teurer – dort musst du mit dem 1.5- bis 2-fachen rechnen. Wer die Route clever plant und teurere Länder auf kürzere Abschnitte begrenzt, bleibt gut im Rahmen.
Drei Budgetszenarien im Vergleich
Nicht jede Weltreise sieht gleich aus. Hier drei realistische Szenarien für Schweizer – von spartanisch bis komfortabel. Alle Zahlen sind pro Person und Monat in CHF, auf Basis eines Fokus auf Südostasien.
- Dorm-Bett im Hostel (6–8 Betten)
- Ausschliesslich Street Food
- Lokale Busse, keine Flüge
- Wenig organisierte Touren
- Kaum Privatsphäre
- Soziale Isolation möglich
- Für Paare oft unbequem
- Günstiges Privatzimmer / Guesthouse
- Lokale Restaurants + Street Food
- Öffentlicher Transport, gelegentl. Flug
- Ausgewählte Touren und Aktivitäten
- Eigenes Bad (meistens)
- Für Paare ideal
- Kein Luxus, kein Pool
- Boutique-Hotels, saubere Badezimmer
- Mix lokale und westliche Restaurants
- Häufiger Kurzflüge buchen
- Viele Aktivitäten und Touren
- Gelegentlich Spa oder Upgrade
- Schnell am Limit im teuren Monat
- Höhere Gesamtsumme nötig
Kostenblöcke: Wohin fliesst das Geld?
Das monatliche Budget verteilt sich auf fünf Hauptblöcke. Die Gewichtung hängt stark von Region und Reisestil ab – hier die Verteilung für unseren geplanten Stil in Südostasien:
Unterkunft (ca. 29 %)
Der grösste Einzelposten. In Südostasien bekommt man für 15–30 CHF pro Nacht ein sauberes Privatzimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage. Hostels mit Dorm-Bett liegen bei 5–10 CHF. Japan und Australien sind 3–5× teurer – dort kann Unterkunft leicht 50–80 CHF pro Nacht kosten.
Essen (ca. 24 %)
Street Food in Thailand, Vietnam oder Indonesien kostet 1–3 CHF pro Mahlzeit. Wer zweimal täglich Street Food isst und sich abends mal was gönnt, kommt locker mit 8–10 CHF pro Tag aus. Westliches Essen – Pasta, Burger, Café-Frühstücke – kann den Betrag schnell verdoppeln. Tipp: lokale Märkte und Restaurants, wo keine englische Speisekarte aushängt.
Transport (ca. 16 %)
Überlandbusse und Züge sind in Asien spottbillig: eine 8-stündige Busfahrt in Vietnam kostet 8–15 CHF. Tuk-Tuks und Mopedtaxis einige Rappen bis wenige Franken. Das Geld geht für Kurzflüge drauf – Air Asia oder VietJet verbinden viele südostasiatische Destinationen für 20–80 CHF. Wer selten fliegt, kann diesen Block klein halten.
Aktivitäten (ca. 15 %)
Tempel, Nationalparks, Touren, Tauchen, Kochkurse. Das ist der variabelste Posten – wer viel «macht», gibt hier deutlich mehr aus. Eine geführte Tour durch Angkor Wat kostet 20–40 CHF, ein Tauchkurs auf den Philippinen 300–500 CHF. Wir planen etwa 150 CHF pro Monat und Person für Aktivitäten.
Diverses (ca. 16 %)
SIM-Karten, Wäsche waschen, gelegentliche Arztbesuche, Souvenirs, Kleinigkeiten. Nicht unterschätzen – das summiert sich über einen Monat auf 150–200 CHF.
Unser Monatsbudget aufgeschlüsselt
Was kostet unser Reisestil konkret, aufgeteilt nach Kategorien? Hier unsere Kalkulation für einen «Durchschnittsmonat» in Südostasien – pro Person, in CHF:
| Kategorie | CHF / Monat |
|---|---|
| 🏠 Unterkunft (günstiges Privatzimmer, ~25 CHF/Nacht) | 320 |
| 🍜 Essen (Street Food + lokale Restaurants) | 260 |
| 🚌 Transport (Busse, Züge, Tuk-Tuks) | 130 |
| ✈️ Kurzflüge (Durchschnitt auf Monat gerechnet) | 70 |
| 🎒 Aktivitäten & Eintritte | 150 |
| 📱 SIM & Internet | 20 |
| 🧺 Wäsche, Kleinigkeiten, Diverses | 90 |
| 🛡️ Puffer (ca. 8 %) | 60 |
| Total pro Person | 1'100 CHF |
Schweizer Spezifik: Was bei uns anders ist
Wer aus der Schweiz reist, hat andere Ausgangsbedingungen als ein Deutscher oder Österreicher. Das betrifft nicht nur die Währung, sondern mehrere Bereiche der Vorbereitung:
Geldabheben und Zahlen unterwegs
Mit der richtigen Karte sparst du auf einer Jahresreise locker 200–500 CHF an Gebühren. Wise und Revolut sind auch aus der Schweiz gut nutzbar. Neon ist die einfachste Schweizer Option ohne Auslandsgebühren. Mehr dazu in Schritt 06: Kreditkarten & Finanzen.
Einmalkosten vor dem Abflug
Neben dem laufenden Reisebudget gibt es Kosten, die einmalig vor der Abreise anfallen. Diese werden von vielen unterschätzt – sie können sich schnell auf 5'000–8'000 CHF summieren:
| Position | CHF (Schätzung) |
|---|---|
| 🎒 Rucksack & Ausrüstung (40L, Kleidung, Schlafsack etc.) | 500–1'500 |
| 📷 Technik (Kamera, Ladekabel, Adapter, Power Bank) | 300–800 |
| 💉 Impfungen (CH: nicht von KVG gedeckt) | 300–600 |
| ✈️ Erster Flug ab Zürich | 700–1'400 |
| 🛡️ Auslandskrankenversicherung (1. Monat) | 100–200 |
| 📋 Visa (erste Länder, Reisepass erneuern etc.) | 100–300 |
| 🆘 Notfall-Reserve (separat, nie anrühren) | mind. 3'000 |
| Total Einmalkosten (geschätzt) | 5'000–8'000 CHF |
Spartipps für die Weltreise
Mit diesen Massnahmen lässt sich das monatliche Budget spürbar senken, ohne auf das Wesentliche zu verzichten:
- Slow Travel: Länger an einem Ort bleiben reduziert Transport- und Unterkunftskosten. Wochenmieten sind immer günstiger als Tagessätze.
- Frühstück lokal: Café-Frühstücke für Touristen sind oft der teuerste Moment des Tages – lokale Märkte bieten dasselbe für einen Bruchteil.
- Kurzflüge früh buchen: Air Asia und VietJet Tickets sind 4–6 Wochen im Voraus deutlich günstiger als last minute.
- Booking.com Genius-Status: Wer regelmässig bucht, bekommt 10–15 % Rabatt auf viele Guesthouses – summiert sich über ein Jahr erheblich.
- Richtige Karte nutzen: Wise oder Revolut sparen Währungsgebühren. Nicht unterschätzen auf einer Jahresreise.
- Wasserfilter statt Plastikflasche: Plastikflaschen kostet wenig pro Stück, aber viel über Monate. Wasserfilter oder Steripen zahlen sich schnell aus.
- Aktivitäten selbst organisieren: Viele Touren lassen sich mit lokalem Transport und etwas Recherche für ein Drittel des Preises selbst machen.
- Kostenblöcke tracken: Apps wie TravelSpend helfen, die Kontrolle zu behalten und teure Monate früh zu erkennen.
Checkliste: Budget-Planung
- Monatliches Zielbudget festlegen (Szenario 1, 2 oder 3?)
- Reisedauer schätzen und Gesamtbudget berechnen (Monate × Monatsbudget)
- Einmalkosten zusammenstellen und addieren
- Notfall-Reserve von mind. 3'000 CHF separat zurücklegen
- Aktuellen Spar-Fortschritt überprüfen: Reicht es?
- Monatlichen Sparplan definieren bis Abflug
- KVG-Situation klären (ab wann abmelden, welche Auslandskrankenversicherung)
- Kreditkarte / Debitkarte ohne Auslandsgebühren besorgen
- Budget-Tracking App einrichten (TravelSpend empfohlen)
- Puffer von mind. 15–20 % über dem Zielbudget einplanen
Häufige Fragen
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Was kostet eine Weltreise aus der Schweiz pro Monat in CHF? ▾Als Faustregel gelten 1'100 bis 1'200 CHF pro Person und Monat bei einem sparsamen, aber komfortablen Reisestil mit günstigem Privatschlafzimmer und lokalem Essen. Hardcore-Backpacker kommen mit rund 800 CHF aus, wer mehr Komfort will, rechnet mit 1'500–1'800 CHF. Diese Zahlen gelten für Südostasien – Japan, Australien oder Nordamerika kosten deutlich mehr.
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Was kostet ein Jahr Weltreise insgesamt, inklusive Vorbereitung? ▾Bei unserem Reisestil rechnen wir mit ca. 13'200 CHF pro Person für ein Jahr Reisekosten (12 × 1'100 CHF), plus ca. 5'000–8'000 CHF Einmalkosten für Ausrüstung, Impfungen, ersten Flug und Versicherung. In der Summe sollte man pro Person mit 18'000–22'000 CHF rechnen, um gut und ohne Druck unterwegs sein zu können.
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Profitieren Schweizer auf Weltreise vom starken Franken? ▾Ja, spürbar. Der CHF ist eine der stärksten Währungen der Welt – 1 CHF entspricht in Südostasien ca. 38 Thai Baht, 3'600 Indonesische Rupiah oder 27'000 Vietnamesische Dong. Das macht günstige Reiseziele für Schweizer nochmals günstiger als für Deutsche oder Österreicher mit Euro.
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Was sind die grössten Kostenfallen auf einer Weltreise? ▾Die häufigsten Kostenfallen sind: ungeplante Kurzflüge innerhalb Asiens, westliche Restaurants und Café-Frühstücke, teure Ausrüstung kurz vor Abflug, Geldautomaten ohne Gebührenerstattung sowie fehlende Puffer für Krankheiten oder spontane Verlängerungen. Mit einem 15–20 %-Puffer und der richtigen Kreditkarte lassen sich die meisten Fallen entschärfen.
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Was kostet Südostasien pro Monat konkret für Schweizer? ▾In den günstigen Südostasien-Ländern (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos, Indonesien, Malaysia) kommt man mit 800–1'100 CHF pro Person sehr gut klar: günstiges Guesthouse-Zimmer, Street Food oder lokale Restaurants, öffentliche Busse und ein paar Aktivitäten. Japan liegt mit 1'500–2'000 CHF nochmals deutlich höher.
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Wie viel Notfall-Reserve soll ich als Schweizer auf Weltreise haben? ▾Wir empfehlen eine Notfall-Reserve von mindestens 3'000 CHF, die separat angelegt ist und im Idealfall nie angerührt wird. Diese Reserve deckt: einen ungeplanten Rückflug, einen Krankenhausaufenthalt, eine spontane Verlängerung oder den Neustart nach der Rückkehr. Die Reserve liegt am besten auf einem Schweizer Konto mit jederzeitem Zugriff.