Der Abend, an dem alles begann
Es war ein ganz normaler Dienstagabend im März 2025. Wir sassen auf dem Sofa in unserer kleinen Wohnung in Solothurn – jeder mit dem Handy in der Hand, jeder in seiner Welt. Bis Fabienne ihr Handy umdrehte und Marc ein Foto zeigte: ein türkisblaues Meer, Palmenschatten, irgendwo in Thailand.
„Was wäre, wenn wir das einfach machen?" – Vier Wörter. Die Frage hing im Raum wie etwas, das man nicht so schnell wieder wegkann.
Wir hatten beide gute Jobs. Eine schöne Wohnung. Freunde, Routine, Stabilität. Alles, was man braucht, um ein ordentliches Leben zu führen. Und trotzdem sass da dieses Gefühl: Ist das schon alles?
Es gibt nie den perfekten Zeitpunkt. Den richtigen Zeitpunkt schafft man sich selbst.
— Fabienne, SolothurnWir fingen an zu reden. Wirklich zu reden – nicht über Ferien, nicht über einen zweiwöchigen Urlaub auf Bali, sondern darüber, was passieren würde, wenn wir wirklich alles hinter uns lassen. Jobs kündigen. Wohnung auflösen. Auto verkaufen. Einfach gehen.
Die Antwort überraschte uns beide: Das ist eigentlich gar nicht so unrealistisch.
Die 5 grössten Ausreden – und warum sie nicht zählen
Wir kennen sie alle. Wir haben sie selbst benutzt, monatelang. Aber irgendwann hilft es, die Ausreden mal direkt anzuschauen – und ehrlich zu sein, was wirklich dahintersteckt.
„Ich kann mir das nicht leisten."
Das ist die häufigste und gleichzeitig am wenigsten überprüfte Aussage. Hast du mal ausgerechnet, was du in der Schweiz pro Monat ausgibst? Miete, Krankenkasse, Lebensmittel, Restaurants, Kleider, Abo hier, Abo da? In Südostasien lebt man gut für 2000–2500 CHF pro Person und Monat – inkl. Unterkunft, Essen, Transport und Aktivitäten. Weniger als ein Monat in Zürich. Das Budget-Thema schauen wir in Schritt 2 ganz genau an.
„Mein Job lässt das nicht zu."
Oder: Du hast noch nie ernsthaft danach gefragt. Sabbatical, unbezahlter Urlaub, Remote-Work – es gibt mehr Optionen als du glaubst. Und wenn nicht: Jobs gibt es auch nach der Weltreise noch. Was nicht wiederkommt, ist die Zeit.
„Ich habe niemanden, der mitkommt."
Dann geh alleine. Solo-Reisen in Südostasien ist eine der besten Entscheidungen, die du treffen kannst. Du triffst ständig Gleichgesinnte, bist frei in deinen Entscheidungen und wächst schneller als in jeder anderen Lebensphase.
„Was ist mit meiner Wohnung / meinem Auto / meinen Sachen?"
Alles lösbar. Wohnung kündigen oder untervermieten. Auto verkaufen oder abstellen. Sachen einlagern oder verkaufen. In Schritt 3 erzählen wir genau, wie wir das gemacht haben und was wir dabei gelernt haben.
„Ich warte noch auf den richtigen Zeitpunkt."
Das ist die gefährlichste aller Ausreden. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Kinder kommen, Hypotheken kommen, Verantwortung kommt. Wer wartet, wartet oft für immer. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn du entscheidest, dass es jetzt ist.
Wann ist wirklich der richtige Zeitpunkt?
Kurze Antwort: Wenn du dich entschieden hast.
Lange Antwort: Es gibt Lebensphasen, die sich besser eignen als andere. In den Zwanzigern hat man meist weniger Verpflichtungen. Mitte dreissig ist es schwieriger, aber sehr gut machbar. Mit fünfzig klappt es auch – aber dann braucht es mehr Planung rund um Gesundheit, Rentenauswirkungen und möglicherweise Kinder.
Wir waren 29 und 32 als wir beschlossen haben zu gehen. Keine Kinder. Kein Haus. Gute Sparguthaben. Das ist natürlich eine privilegierte Ausgangslage – die wir nicht kleinreden wollen. Aber viele Menschen in ähnlichen Situationen gehen trotzdem nicht. Weil der Moment nie ganz passt.
Wie lange soll die Reise dauern?
Das hängt von deinen Zielen, deinem Budget und deiner Lebenssituation ab. Hier ein ehrlicher Überblick der drei häufigsten Modelle:
- Job bleibt oft erhalten
- Gut planbar, weniger Risiko
- Ab ca. 15'000 CHF/Person
- Zwei Regionen möglich
- Wenig Zeit zum Ankommen
- Meist im Touristen-Modus
- Vollständige Freiheit
- Echtes Ankommen & Erleben
- Tiefe kulturelle Einblicke
- Langzeitreisenden-Community
- Ab ca. 40'000 CHF/Person
- Braucht 12–18 Monate Vorlauf
- Gutes Gleichgewicht
- 3–4 Regionen möglich
- Ab ca. 25'000 CHF/Person
- Populärste Option
- Job meist kündigen
- Zeit für manche Ziele knapp
Wohin zuerst? Unsere Wahl: Südostasien
Das war eine der längsten Diskussionen bei uns. Die Welt ist gross: Südamerika? Asien? Afrika? Australien? Wir haben uns für Südostasien entschieden – und würden es sofort wieder so machen.
Warum Südostasien?
Günstiges Preisniveau. Du kommst als Schweizer weit. Ein gutes Gästehaus kostet 15–30 CHF die Nacht, ein lokales Essen 2–4 CHF. Das macht entspanntes Reisen ohne ständigen Budgetstress möglich.
Einfache Einreise. Thailand, Vietnam, Indonesien, Malaysia – alles visafrei oder mit einfachem Visa-on-Arrival. Keine monatelange Visa-Planung nötig.
Gute Infrastruktur für Reisende. Hostels, Co-Working-Spaces, zuverlässige Busse, günstige Inlandsflüge. Südostasien ist für Langzeitreisende perfekt eingespielt.
Kulturelle Vielfalt auf kleinem Raum. Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos, Indonesien – jedes Land hat eine komplett andere Energie. Innerhalb weniger Flugstunden erlebst du Welten.
Unser Zeitplan – 18 Monate von der Idee bis zum Abflug
Ende 2024 haben wir die Entscheidung getroffen. Am 30. Juni 2026 fliegen wir. Das sind 18 Monate. Hier ist, wie wir diese Zeit genutzt haben:
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Oktober 2024 ✓Die Entscheidung fälltWir sagen uns: Wir machen das. Kein „vielleicht". Wir setzen ein Datum: 30. Juni 2026. Ab diesem Moment ist die Reise keine Fantasie mehr, sondern ein Plan.
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November 2024 – Januar 2025 ✓Budget & erste RechercheWir berechnen unsere echten Kosten, schauen was wir ansparen müssen und beginnen mit der Recherche zu KVG, Versicherungen und Visum. Das Ergebnis: Es ist finanzierbar.
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März 2025 ✓Familie & Freunde informierenDas wichtigste Gespräch kommt zuerst. Eltern, enge Freunde, Geschwister. Nicht alle verstehen es sofort – aber fast alle unterstützen uns am Ende.
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Sommer 2025 ✓Jobs kündigenFabienne kündigt als erste. Marc folgt kurz darauf. Beide halten die Kündigungsfristen ein und verabschieden sich würdevoll. Kein Drama – nur Aufbruch.
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Herbst 2025 ✓Wohnung auflösenKündigung der Wohnung. Möbel verkaufen oder lagern. Das Stressigste der ganzen Planung – aber auch das Befreiendste. Weniger Besitz, mehr Freiheit.
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Winter 2025 / 2026 ✓KVG, Versicherungen, DokumenteReisepässe erneuern, KVG sistieren, Auslandskrankenversicherung abschliessen, Kreditkarten besorgen. Der bürokratische Teil – aber mit der richtigen Checkliste gut machbar.
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Frühjahr 2026 – jetztLetzte Vorbereitungen & dieser BlogPackliste finalisieren, Rucksack kaufen, Impfungen, und WirWeitWeg aufbauen – damit andere von unseren Fehlern lernen können. Und damit die Vorfreude einen Ort hat.
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30. Juni 2026Abflug ab Zürich ✈️Ohne Rückflugticket. Open End. Kein Plan B. Nur Vorfreude – und ein Rucksack, der nicht zu schwer sein darf.
Unsere Zahlen auf einen Blick
Zahlen helfen. Hier sind unsere – ehrlich und ungekürzt.
Deine Checkliste für Schritt 1
Diese Punkte solltest du geklärt haben, bevor du mit Schritt 2 weitermachst. Wer hier wackelt, kommt später ins Schleudern.
- Entscheidung treffen: Ja oder Nein. Kein „eigentlich schon, aber…" – ein klares Commitment zu dir selbst.
- Partner oder Solo? Klarheit schaffen, ob du alleine oder mit jemandem reist. Wenn zu zweit: sind beide wirklich mit dabei?
- Reisedauer grob festlegen: Sabbatical (3–6 Monate), klassische Weltreise (6–12 Monate) oder open-end?
- Startdatum bestimmen: Konkret, nicht „irgendwann nächstes Jahr". Ein echtes Datum gibt dem Ganzen Gewicht.
- Familie & Freunde informieren: Je früher, desto besser. Das braucht oft mehr Zeit als man denkt.
- Erstbudget-Schätzung: Grobe Rechnung: wie viel brauchst du total? Wie viel hast du? Wie viel musst du noch ansparen?
- Erste Region wählen: Wohin geht die Reise los? Für uns: Südostasien. Was ist für dich realistisch?
- Weiter zu Schritt 2: Budget & Kosten → mit unseren echten Zahlen.
Häufige Fragen
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Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Weltreise? ▾Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht – und wer darauf wartet, wartet meistens für immer. Der richtige Moment entsteht, wenn du bewusst entscheidest, dass du die Reise willst. Dann planst du. Mindestens 12 Monate Vorlaufzeit sind realistisch, 18 Monate sind besser.
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Kann ich als Schweizer wirklich einfach kündigen und gehen? ▾Ja. Arbeitsrechtlich gibt es keine Einschränkung. Wichtig ist, die Kündigungsfristen einzuhalten (in der Schweiz oft 1–3 Monate) und frühzeitig mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Viele Firmen sind offener für Sabbaticals als man denkt – fragen lohnt sich immer.
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Was kostet eine Weltreise für Schweizer wirklich? ▾Wir planen mit ca. 2500–3000 CHF pro Person und Monat in Südostasien. Das beinhaltet Unterkunft (Hostel bis Gästehaus), Essen (lokal), Transport und Aktivitäten. Dazu kommen Einmalkosten: Versicherungen, Ausrüstung, Flüge, Visum. Unser kompletter Budget-Guide ist in Schritt 2.
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Muss ich einen Rückflug buchen? ▾Manche Länder verlangen bei der Einreise einen Nachweis der Weiterreise (Onward Ticket). Das muss kein Rückflug sein – ein günstiger Weiterflug in die nächste Destination reicht. Details in unserem Visa & Route Guide.
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Wie viel Vorlaufzeit brauche ich wirklich? ▾Mindestens 12 Monate, besser 18. Du brauchst Zeit zum Sparen, zum Klären von Job, Wohnung, KVG, Versicherungen und Dokumenten – und das mentale Loslassen braucht auch seine Zeit. Wer weniger Zeit hat, kann es machen, aber es wird stressig.