HomeLänderguidesIndonesien › Gili Air
Luftaufnahme von Gili Air, umgeben vom türkisen Riff, mit Lombok im Hintergrund
Indonesien
Indonesien · Gili-Inseln

Gili Air –
zwei Wochen auf der kleinen Insel

12 Min. Lesezeit
Insel-Guide

Gili Air – unser ehrlicher Guide

Wir haben von Anfang an zwei Wochen für Gili Air eingeplant – und keinen einzigen Tag davon bereut. So eine kleine Insel klingt nach zu wenig für so viel Zeit. Ist es nicht. Jeder Tag sah ungefähr aus wie der letzte, und genau das war der Punkt.

Gili Air ist die östlichste und ruhigste der drei bewohnten Gili-Inseln vor der Nordwestküste Lomboks. Keine Autos, keine Motorräder – seit Jahrzehnten verboten. Stattdessen: Sandwege, Cidomos (die lokalen Pferdekutschen) und seit neuestem leider auch E-Roller. Die Insel misst gerade mal 1,5 km in der Länge und knapp 1 km in der Breite. Man umrundet sie in 90 Minuten zu Fuss. Und dennoch könnte man denken, sie sei riesig, weil jede Ecke ihren eigenen Charakter hat.

Was Gili Air von den anderen beiden Inseln unterscheidet: Gili Trawangan (das „Party-Gili") ist deutlich grösser, touristischer und lauter. Gili Meno gilt als das romantischste, ist aber auch am wenigsten entwickelt. Gili Air liegt dazwischen – entspannt, aber mit genug Infrastruktur, um sich wohlzufühlen. Es gibt gute Restaurants, Tauchschulen, kleine Cafés und Unterkünfte in jeder Preisklasse. Trotzdem hat die Insel einen Ruf als Slow-Travel-Destination – viele planen ein paar Tage ein und bleiben deutlich länger.

Was diesen Guide von anderen unterscheidet: Wir waren selbst da. Nicht auf Durchreise, nicht für ein verlängertes Wochenende, sondern zwei volle Wochen. Wir kennen die besten Warungs, die ruhigsten Schnorchel-Spots und die Stellen, die kein Reiseführer erwähnt. Alles in diesem Guide basiert auf eigener Erfahrung – Stand Juli 2026.


1,5 × 1 kmGrösse der Insel
90 Min.Einmal zu Fuss herum
0Autos auf der Insel
30–45.–CHF Budget pro Tag
Mai–OktBeste Reisezeit
Schnellantworten

Gili Air – wichtige Infos

Wann ist die beste Reisezeit?

Trockenzeit Mai–Oktober ist die beste Zeit: Sonne, ruhiges Meer, gute Sicht beim Schnorcheln. Hochsaison ist Juli und August – mehr Touristen, höhere Preise, aber immer noch schön. Regenzeit November–April: Kurze intensive Schauer, weniger Trubel, günstigere Preise. Wir waren im Juli da – perfekt.

Brauche ich ein Visum?

Schweizer und Deutsche erhalten ein kostenloses Visa on Arrival für 30 Tage, verlängerbar auf 60 Tage (ca. 35 USD). Direkt am Flughafen bezahlen – kein Antrag im Voraus nötig. Einreiseformular bereits im Flugzeug ausfüllen, spart Zeit in der Schlange.

Wie lange sollte man bleiben?

Minimum 3–4 Tage für einen ersten Eindruck. Wer wirklich in den Gili-Air-Modus kommen will: eine Woche oder mehr. Wir hatten von Anfang an 2 Wochen eingeplant – die Insel entfaltet sich erst nach ein paar Tagen.

Welche Währung? Gibt es ATMs?

Bezahlt wird in Indonesischen Rupiah (IDR). 1 CHF ≈ 18.000 IDR (Stand 2026). ATMs gibt es auf der Insel – aber wenige, und die Gebühren sind hoch (4–7 CHF pro Abhebung). Unser Tipp: auf Bali oder Lombok genug Bargeld abheben. Kreditkarten nur in grösseren Restaurants.

Ist Gili Air teuer?

Nein – Gili Air ist sehr günstig, wenn man es drauf anlegt. Budget ca. 30–45 CHF/Tag (Warung-Essen, einfache Unterkunft). Mit Komfort, Restaurant und Aktivitäten: 70–110 CHF. Man kann hier aber auch viel ausgeben – Boutique-Resorts und Beachclubs existieren.

Sprechen die Leute Englisch?

In den Touristen-Bereichen ja – Englisch ist weit verbreitet. Abseits der Hauptstrasse wird es dünner. Ein paar Worte Bahasa Indonesia machen einen riesigen Unterschied und werden sehr geschätzt – weiter unten im Guide gibt es die wichtigsten Vokabeln.

Brauche ich eine SIM-Karte?

WLAN gibt es überall – aber es ist oft langsam. Für verlässliches Internet: indonesische SIM-Karte direkt am Flughafen Bali kaufen (Telkomsel oder XL, 8–12 CHF für 20–30 GB). Das Netz auf Gili Air ist erstaunlich gut – 4G an fast allen Punkten der Insel.

Ist Gili Air sicher?

Ja – sehr sicher. Kriminalität ist kaum ein Thema. Man kann nachts unbesorgt durch die Insel laufen. Die Inselgemeinschaft ist klein und eng vernetzt. Einzige Vorsicht: Sonnenschutz (Sonne brennt stark), kein Leitungswasser trinken, Mückenschutz abends.

Beleuchtete Palmen am Strand von Gili Air am Abend
Noch unsicher, was in den Rucksack muss?

Unsere komplette Packliste fürs Inselhopping – von Schnorchel-Ausrüstung bis Reef-safe Sonnencreme.

Zur Packliste →
Reiserucksack gepackt

Übersicht

Die schönsten Ecken der Insel

Vier Orte, an denen Gili Air am besten zeigt, was sie kann – und die man in 90 Gehminuten alle selbst abklappern kann.

Ostküste – Leben pur

Cafés, Tauchschulen und Restaurants reihen sich aneinander. Hier ist tagsüber und abends am meisten los – die Ostküste ist das Zentrum der Insel, mit dem Hauptanleger im Süden und dem grössten Teil der Infrastruktur. Wer schnell ein SIM-Karten-Update oder eine Schnorchelausrüstung braucht, findet hier alles innerhalb weniger Gehminuten.

Ostküste Gili Air mit Booten

Nordseite – die stille Bucht

Schmaler Sandweg, kaum Schatten, aber das klarste Wasser der Insel. Kaum ein anderer Tourist verirrt sich hierher – ideal für den frühen Morgen, wenn das Wasser spiegelglatt ist und man seine Ruhe will. Sonnencreme und Wasser mitnehmen, denn hier gibt es keine Bar, kein Warung, nichts – nur Insel.

Nordseite Gili Air, ruhige Bucht

Westseite – Sonnenuntergang

Jeden Abend füllen sich die paar Bars an der Westküste, wenn die Sonne ins Meer sinkt. Breiter Strand, Palmen, keine Hektik – man trifft dieselben Gesichter wieder, mit denen man morgens beim Schnorcheln war. Bali liegt bei klarer Sicht als Silhouette am Horizont, und genau dahinter verschwindet die Sonne.

Beach-Lounge an der Westseite von Gili Air in der Abenddämmerung

Ausflug: Unterwasser-Statuen

Ein Bootsausflug zu den umliegenden Gili-Inseln bringt dich zu einer versunkenen Skulpturen-Installation vor Gili Meno – ein Highlight jeder Schnorcheltour. Die Figuren dienen inzwischen selbst als künstliches Riff, Korallen wachsen auf den Schultern, kleine Fische ziehen zwischen den Beinen hindurch – ein beliebtes Fotomotiv unter Wasser.

Unterwasser-Skulpturen-Installation bei den Gili-Inseln

Erster Eindruck

Ankommen und bleiben

Die erste halbe Stunde ist Umstellung. Nach dem Verkehrslärm von Bali oder Lombok trifft einen die Stille fast körperlich – man bemerkt das Fehlen von etwas, bevor man merkt was es ist.

Kein Hupen, kein Motorengeräusch. Nur das Meer, das sanfte Klappern der Palmen und ab und zu ein Cidomo, der vorbeizieht – die traditionelle Pferdekutsche, die hier seit Generationen das einzige öffentliche Transportmittel ist. Wenn man an der Anlegestelle ankommt, wird man von einer Handvoll freundlicher Gesichter empfangen, die einen zu ihrer Unterkunft bringen wollen. Kein Aufdrängen, kein Druck. Man nickt dem richtigen zu und geht.

Ruhige Bucht auf den Gili-Inseln bei Sonnenuntergang
Ankunft am späten Nachmittag
Blick vom Liegestuhl auf das Meer und Lombok
So sieht Ankommen aus
Schaukel im Wasser vor Gili Air bei Sonnenuntergang
Pelangi Beach – Schaukel im Wasser

Die Ostseite der Insel ist am lebendigsten: Hier reihen sich Cafés, Tauchschulen und Restaurants entlang des Weges. Abends füllt sich die Ostküste, Tags schwimmt man direkt vom Strand ins Riff. Die Nordseite dagegen ist fast menschenleer – schmaler Sandweg, kein Schatten, klares Wasser. Die Westseite gehört den Sonnenuntergängen und ein paar Bars, die man sich für den Abend merkt.

Wir haben schnell einen Rhythmus gefunden. Morgens zwischen 7 und 9 Uhr schnorcheln – das ist die beste Zeit, das Wasser ist noch klarer, die Sonne tief genug, um durch die Oberfläche zu brechen. Tagsüber: lesen, dösen, im Café sitzen, einen Kaffee trinken, der viel zu lang geht. Abends an die Westseite. Zwei Wochen lang mehr oder weniger dasselbe. Es klingt nach wenig. Es war genau das Richtige.

Ein typischer Tag auf Gili Air
7–9 UhrSchnorcheln, solange das Wasser noch klar ist
9–11 UhrFrühstück im Warung oder Café an der Ostküste
11–15 UhrLesen, dösen, Mittagshitze aussitzen
15–17 UhrInselrundgang zu Fuss oder einfach nichts
17–19 UhrWestseite für den Sonnenuntergang
ab 19 UhrAbendessen im Warung, früh schlafen
Unser Tipp für den ersten Tag: Keinen Plan. Keine gebuchten Aktivitäten. Einmal um die Insel laufen, ein gutes Warung finden, ein bisschen ins Wasser, früh schlafen. Die Insel erklärt sich von selbst – man braucht ihr nur Zeit zu geben.

Anreise

Wie man hinkommt

Es gibt zwei Wege auf die Insel – von Bali oder von Lombok. Eins vorweg: Die letzten Meter zum Boot läuft man am Strand knietief durchs Wasser. Sandalen sind Pflicht, keine festen Schuhe, kein Gepäck das nass werden darf.

Gili Air hat keinen richtigen Hafen. Alle Boote ankern etwas vor der Küste, man watet an Bord und an Land. Das klingt charmanter als es im Moment ist – mit einem Rucksack auf dem Rücken und schweissigen Händen. Wer grossen Koffer hat: vorher umpacken. Trotzdem: Der erste Schritt ins warme türkisfarbene Wasser ist unvergesslich.

Willkommensschild und Anlegestelle auf Gili Air
Die Anlegestelle – hier kommt man an
Boot vor Gili Air in der Abenddämmerung
Ankunft am frühen Abend

Wir empfehlen die Anreise via Lombok für alle, die flexibel sind. Der Preis ist ein Bruchteil des Schnellboots ab Bali, die Überfahrt dauert nur 20 Minuten, und man sieht dabei noch etwas von Lombok. Wer aber direkt von Bali kommt (Flug oder Aufenthalt), nimmt das Schnellboot – es ist bequemer und spart eine ganze Reiseetappe.

Von Bali
Schnellboot · Direktverbindung
Abfahrt
Hafen Padangbai oder Serangan, Bali
Fahrzeit
2 bis 3 Stunden
Preis
~45 CHF pro Person
Buchung
12Go Asia empfohlen
Von Lombok
Öffentliches Boot · günstig
Abfahrt
Hafen Bangsal, Nordwest-Lombok
Fahrzeit
15 bis 20 Minuten
Preis
~3–4 CHF pro Person
Hinweis
Boot fährt erst wenn voll
Direktflug Zürich – Bali: Was wir gebucht haben

Es gibt keinen Direktflug von der Schweiz nach Bali oder Lombok. Wir flogen über Singapur oder Kuala Lumpur – am günstigsten mit Scoot, etwas komfortabler mit Singapore Airlines. Gesamtreisezeit von Zürich: rund 18–22 Stunden inkl. Layover. Von Bali weiter mit dem Schnellboot nach Gili Air: am selben Tag möglich, wenn man einen Frühflug hat. Sonst eine Nacht auf Bali einplanen – kein Fehler.

Visum: Schweizer und Deutsche erhalten ein kostenloses Visa on Arrival für 30 Tage, verlängerbar auf 60 Tage für ca. 35 USD. Man zahlt direkt am Flughafen, kein Antrag im Voraus. Beim Einreiseformular auf dem Flugzeug ausfüllen, spart Zeit.

So haben wir gebucht: Die Fähre ab Bali lief über 12Go Asia – dort sieht man alle Anbieter, Zeiten und Preise auf einen Blick und muss nicht am Hafen feilschen. Die Unterkunft lief über Booking.com. Von Kuta bis wir tatsächlich auf Gili Air standen, waren es total rund viereinhalb Stunden Tür zu Tür – inklusive Transfer zum Hafen und Wartezeit, nicht nur die reine Bootsfahrt. Immer 24 Stunden im Voraus buchen – in der Hochsaison (Juli/August) sind Boote oft ausverkauft.

Reisekrankheit auf dem Schnellboot – was wirklich hilft

Das Schnellboot von Bali schaukelt – besonders bei stärkerem Seegang oder wenn man einen der hinteren Plätze erwischt. Sitze in der Mitte des Bootes und auf dem Deck sind deutlich ruhiger. Wenn du empfindlich bist: Reisekrankheitstabletten (Stugeron / Cinnarizin) spätestens eine Stunde vorher nehmen, nicht auf leerem Magen einsteigen, frische Luft auf dem Deck suchen. Bei Wellenhöhen über 1 Meter kann es richtig ungemütlich werden – das ist vor allem in der Regenzeit November–April möglich.

Abreise: Wie kommt man wieder weg?

Gleiche Wege in umgekehrter Richtung. Wer nach Bali zurück will: Schnellboot direkt (2–3 Std., ~45 CHF). Wer nach Lombok oder zum Flughafen Praya (LOP) will: öffentliches Boot nach Bangsal (20 Min.), dann Taxi oder Grab. Wichtig: frühzeitig buchen, vor allem bei Hochsaisonabreisen am Wochenende.


Sprache

Bahasa Indonesia –
die wichtigsten Wörter

Bahasa Indonesia ist einfacher als sie klingt – phonetisch, ohne Töne. Ein paar Worte machen einen riesigen Unterschied. Auf Gili Air leuchten Gesichter auf, wenn man sich die Mühe macht.

Bahasa Indonesia klingt auf den ersten Blick einschüchternd, ist es aber nicht. Sie ist phonetisch – man spricht fast alles so aus, wie es geschrieben steht. Keine Töne wie im Vietnamesischen, keine komplizierte Grammatik wie im Deutschen. Viele Wörter sind aus dem Niederländischen, Portugiesischen oder Englischen übernommen und direkt erkennbar. Telefon heisst Telepon, Hotel heisst Hotel, Bus heisst Bus.

Was die Sprache wirklich wert ist: Man spürt sofort, wie die Atmosphäre sich ändert, wenn man ein paar Worte sagt. Ein „Terima kasih" (Danke) mit echtem Lächeln zieht mehr als jedes grosszügige Trinkgeld. Auf Gili Air, wo viele Leute den ganzen Tag Touristen sehen, die kaum ein Wort sagen, fällt man sofort positiv auf.

Gili Air bedeutet übrigens „Wasser-Insel" – gili = Insel, air = Wasser. Die Inseln wurden von Fischern nach ihrer Lage benannt.

DeutschBahasa Indonesia
Guten MorgenSelamat pagi
Guten Tag / MittagSelamat siang
Guten Abend / Gute NachtSelamat malam
TschüssSampai jumpa (lagi)
Vielen DankTerima kasih
Gern geschehenSama sama
JaYa
NeinTidak
EntschuldigungPermisi
Wie gehts?Apa kabar?
Ich heiße …Nama saya …
Ich hätte gern …Saya mau …
Nicht scharfTidak pedas
HähnchenAyam
EiTelur
Die Rechnung, bitteMau bayar
Lecker!Enak! / Mantap!
Was kostet das?Berapa harganya?
Zu teuer!Mahal!
Guten AppetitSelamat makan
WillkommenSelamat datang
Pferdekutsche (Gilis)Cidomo
Kleines RestaurantWarung
StrandPantai
LangsamPelan-pelan
Achtung!Hati hati!

Unterkunft

Wo wir geschlafen haben

Wir wohnten im Segar Village – einfache Bungalows, sauber, direkt hinter dem Strand. Für zwei Wochen zu zweit: 345 CHF total, also rund 24 CHF pro Nacht für zwei Personen. Günstiger geht es kaum.

Gili Air hat für jedes Budget etwas, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist insgesamt gut. Budget-Unterkünfte sind auf Gili Air wirklich günstig – sauber, mit eigenem Bad, Ventilator statt Klimaanlage. In der Mittelklasse ab etwa 20 CHF/Person/Nacht bekommt man bereits Klimaanlage, oft auch Pool und sehr schöne Gestaltung. Und ganz oben: Boutique-Resorts mit Strandlage, Infinity-Pool und echtem Flair.

Unsere Empfehlung: Nicht zu viel für die Unterkunft ausgeben – man ist die meiste Zeit draussen. Das Geld lieber in mehr Nächte auf der Insel investieren als in ein teureres Zimmer. Die beste Lage ist der Ostküstenstreifen für lebhaftes Ambiente, die Nordküste für Ruhe.

Achtung Hochsaison (Juli–August und Weihnachten): Unbedingt im Voraus buchen. Die Insel ist klein, Betten sind begrenzt, und gute Unterkünfte in der Mittelklasse sind schnell ausgebucht. Manchmal monatelang im Voraus.
KategorieNameCHF/Nacht/Person
BudgetSegar Village8–15
BudgetBiru Bungalows8–15
MittelklasseLumbung Cottages20–50
MittelklasseGili Air Santay20–50
BoutiqueScallywags Resort60+
Budget-Unterkünfte · 8–18 CHF/Nacht pro Person

Einfache Zimmer mit Ventilator, eigenem Bad, sauber. In dieser Kategorie bekommt man auf Gili Air erstaunlich gute Qualität für wenig Geld. Klimaanlage ist nicht immer dabei, aber bei den Meeresbrisen oft auch nicht nötig.

  • Segar Village – unser Tipp, sehr freundliches Personal
  • Biru Bungalows – einfach aber gepflegt, gute Lage
Mittelklasse · 20–50 CHF/Nacht pro Person

In dieser Klasse gibt es Klimaanlage, oft einen kleinen Pool und nette Gestaltung. Viele dieser Unterkünfte sind in Familienbesitz und haben persönlicheren Charakter.

  • Lumbung Cottages – traditionelle Architektur, schöner Garten
  • Gili Air Santay – ruhige Lage Nordseite, empfehlenswert
Boutique & Resort · 60+ CHF/Nacht pro Person

Wer mehr ausgeben will: Infinity Pools, Strandlage, gute Betten. Für eine Hochzeitsreise oder einen besonderen Anlass eine Überlegung wert.

  • Scallywags Resort – Strandlage, Pool, schönes Design

Unser Tipp: Den Mehrpreis eher in mehr Zeit auf der Insel investieren.


Essen & Trinken

Was, wo –
und für wie viel

Ganz ehrlich? Wir haben auf einer 1,5-km-Insel kein grosses kulinarisches Erlebnis erwartet. Falsch gedacht. Das Angebot auf Gili Air ist beeindruckend für eine so kleine Insel – vom Warung für 2 CHF bis zum Beachclub-Dinner ist alles da, und die Qualität stimmt fast immer.

Die lokale Küche Lomboks und der Gili-Inseln ist kräftiger und würziger als die balinesische. Viel Fisch, viel Meeresfrüchte, gegrilltes Hähnchen (ayam bakar), Reisgerichte in allen Variationen. Das bekannteste Gericht bleibt Nasi Goreng – gebratener Reis mit Ei, Gemüse und Fleisch. Im Warung für 1.50–2 CHF eine vollständige Mahlzeit. Dazu ein frischer Kokosnuss-Saft für 1 CHF – besser und günstiger als überall sonst.

Wichtig zu wissen: Leitungswasser ist nicht trinkbar. Aufgefüllte Flaschen überall kaufen oder eigene Mehrwegflasche auffüllen lassen (deutlich günstiger und umweltfreundlicher). Alkohol ist erhältlich – Gili Air ist keine muslimisch-strikte Zone, aber respektvoller Umgang wird erwartet.

Kleiner Warung am Strassenrand auf Gili Air
So sieht ein typischer Warung aus
Mie Goreng mit Ei, Gurke und Tomate im Warung
Mie Goreng – Klassiker für 1.50–3 CHF
Einfach eingerichtetes Restaurant-Interieur auf Gili Air
Schlicht, aber gemütlich – so isst man auf Gili Air
Warungs – das günstigste und beste Essen

Die kleinen lokalen Garküchen sind unser absoluter Lieblingsort. Nasi goreng (gebratener Reis), Mie goreng (gebratene Nudeln), Gado-Gado (Gemüse mit Erdnusssauce), gegrillter Fisch – frisch, lecker, ohne Schnickschnack. Preise: 1.50–3.50 CHF pro Gericht. Wer ein gutes Warung finden will: einfach schauen, wo die Einheimischen sitzen. Das ist immer ein gutes Zeichen. Auf der Ostseite der Insel gibt es mehrere Warungs nebeneinander – Vergleich lohnt sich, die Qualität ist sehr unterschiedlich.

Restaurants & Beachclubs – wenn man sich etwas gönnen will

Kulinarisch muss man auf Gili Air keine Wunder erwarten, aber gut und günstig isst man allemal. Ein paar Mal sind wir im Warung Hat und im Flavornesia gelandet – beide solide, beide bezahlbar, keine Touristenfallen. Für Pizza wird auf der Insel oft das UNA Pizza genannt; da waren wir selbst nicht, geben den Tipp aber ehrlich als das weiter, was er ist – eine Empfehlung von der Insel, kein eigenes Urteil. Die Beachclubs an der Westküste sind für Sonnenuntergangs-Cocktails perfekt, die Preise dafür entsprechend – rechnet ca. 6–10 CHF pro Drink.

Kaffeekultur & Cafés – besser als erwartet

Es gibt auf Gili Air einige wirklich gute Cafés. Balinesischer Kopi (schwarzer Filterkaffee mit Kaffeepulver am Boden) ist traditionell und günstig – ca. 0.80 CHF. Espressobasierte Getränke und gute Cold Brews bekommt man in den Cafés auf der Ostküste für 2–4 CHF. Wer morgens gerne mit Laptop und Kaffee sitzt – ideal.

Trinkwasser, Alkohol & Besonderheiten

Leitungswasser ist nicht trinkbar – das gilt auf allen Gili-Inseln. Abgefülltes Wasser kaufen (0.50 CHF/1,5L) oder die eigene Flasche bei Depots auffüllen lassen (günstiger, weniger Müll). Kokosnüsse frisch aufgeschlagen: ca. 1–1.50 CHF, der beste Durst-Löscher auf der Insel. Bintang-Bier (das indonesische National-Bier) überall erhältlich, ca. 2–3 CHF für 0.6L. Alkohol ist auf Gili Air legal und erhältlich, aber konsumiert man das bitte im Restaurant oder am Strand, nicht auf der Strasse.


Aktivitäten

Schnorcheln –
direkt vom Strand

Das Beste an Gili Air: kein Boot nötig. Das Riff beginnt direkt vor dem Strand, teilweise schon in ein bis zwei Metern Wassertiefe. Man springt rein und ist sofort mittendrin.

Wir haben fast täglich geschnorchelt – am liebsten morgens zwischen 7 und 9 Uhr, wenn das Wasser am klarsten ist und die Sonne noch tief steht. Die Sichtweite zu dieser Zeit: bis zu 15–20 Meter. Nachmittags ist das Wasser oft trüber, weil der Wind Partikel aufwirbelt.

Was wir gesehen haben: Meeresschildkröten fast täglich – manchmal mehrere auf einmal, die am Riff fressen. Blaugestreifte Schnapper, Papageienfische, Trompetenfische, Oktopusse (wenn man genau schaut), gelegentlich Rochen flach auf dem Sand und auf der Ostseite sogar Schwarzspitzen-Riffhai-Welpen – völlig harmlos, ca. 60–80 cm gross, aber ein unvergesslicher Moment.

Kein Tauchschein nötig. Flossen und Maske leihen reicht vollkommen. Schnorcheln auf eigene Faust ist hier einfacher als fast überall in Südostasien. Flossen machen einen grossen Unterschied – unbedingt dazuleihen.
Was man sieht – und wo genau

Schildkröten sieht man am häufigsten an der Ost- und Nordostseite der Insel, wo das Riff am üppigsten ist. Morgens sind sie höher im Riff – auf Nahrungssuche. Mittags oft ruhiger auf dem Sandboden. Einfach ruhig bleiben, nicht anfassen, nicht jagen. Sie kommen von selbst nah. Rochen liegen flach auf dem Sandboden nördlich des Hauptstrandes – man sieht sie erst, wenn man direkt drüber ist. Schwarzspitzen-Riffhai-Jungtiere haben wir auf der Ostseite gesehen – völlig harmlos, schwimmen weg wenn man sich nähert.

Ausrüstung: leihen oder kaufen?

Maske, Schnorchel und Flossen leihen kostet ca. 2–4 CHF/Tag, Set mit Flossen ca. 4–6 CHF/Tag. Die Qualität variiert stark – kurz anprobieren und vergleichen, bevor man eine Maske mitnimmt, die schlecht sitzt. Wir haben nach etwa einer Woche eine günstige Maske direkt auf der Insel gekauft (ca. 12 CHF) – am Ende günstiger als täglich leihen. Wenn du eine eigene Maske hast: unbedingt mitbringen. Das macht einen riesigen Unterschied, weil man genau weiss, dass sie dichthält.

Geführte Schnorcheltouren – lohnt sich das?

Geführte Touren gibt es ab ca. 15–25 CHF pro Person – sie fahren zu mehreren Spots rund um die drei Gili-Inseln und bringen dich zu spezifischen Schildkröten- und Riff-Punkten. Für Anfänger sinnvoll, weil man begleitet wird. Wer sich im Wasser sicher fühlt und etwas Zeit mitbringt: Alleine schnorcheln ist auf Gili Air oft genauso ergiebig wie eine Tour – und man hat seinen eigenen Rhythmus. Tauchanfänger: PADI Open Water Kurse werden direkt auf der Insel angeboten, ca. 250–350 CHF für das komplette Zertifikat.

Korallen schützen – was man wissen muss

Das Riff rund um Gili Air hat beim Erdbeben 2018 gelitten – grosse Teile der Korallen wurden zerstört. Es erholt sich, aber langsam. Deshalb: Korallen niemals berühren, nie auf dem Boden stehen. Sonnencreme auf Riff-Spots ist tabu – chemische Filter töten Korallen. Mineralische Sonnencreme oder gar keine verwenden. Viele Tauchschulen auf der Insel engagieren sich aktiv für den Korallenschutz, manche organisieren Reinigungstauchen – das ist sehr empfehlenswert.


Zu Fuss

Einmal um die ganze Insel

Ganz ehrlich? Der Rundweg ist der schönste Spaziergang auf Gili Air – und kein Guide nötig, kein Plan. Den Sandweg immer am Wasser entlang, in 90 Minuten ist man einmal komplett herum.

Wir sind die Runde mehrmals gelaufen – jedes Mal leicht anders, weil Tageszeit, Licht und Tide die Insel verändern. Die Ostküste ist lebendig und bebaut. Die Nordseite ist wild, fast menschenleer, der Sandweg wird schmaler und das Wasser ist besonders klar. Die Westküste gehört den Sonnenuntergängen – breite Strände, Palmen, ein paar Bars, die von 16 Uhr an voller werden. Die Südseite führt zurück zur Anlegestelle.

Beste Zeit für den Rundgang: Früh morgens (7–9 Uhr) – kühler, ruhiger, das Licht ist schöner. Oder direkt vor Sonnenuntergang starten und an der Westküste ankommen, wenn die Sonne ins Meer sinkt. Mittagshitze unbedingt meiden – der Weg hat kaum Schatten, die Hitze ab 11 Uhr ist heftig. Genug Wasser mitnehmen, mindestens 1 Liter.

Sandweg am Strand von Gili Air, gesäumt von Palmen und kleinen Restaurants

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Die Route im Detail – Ost, Nord, West

Start: Hauptanleger im Südosten. Von dort nordwärts entlang der Ostküste – hier liegen die meisten Restaurants und Tauchschulen. Nordseite: Ruhiger, schmaler Sandweg, kaum bebaut, Wasser besonders klar. Westseite: Breiter Strand, Palmen, Sonnenuntergangs-Bars. Dauer: Mit Pausen 2–2.5 Stunden, zügig 90 Minuten.

Cidomo oder Fahrrad – wann ist das sinnvoll?

Der Cidomo (Pferdekutsche) ist das traditionelle Transportmittel – feste Preiszonen, die ausgehandelt werden, praktisch mit Gepäck. Wie es den Pferden bei Hitze und schwerer Last geht, fanden wir aber schwer mitanzusehen – wir sind selbst gelaufen, die Insel ist klein genug, dass man kein Pferd dafür braucht. Fahrräder: ca. 3–5 CHF/Tag, für Mittagshitze sinnvoll, aber an den sandigen Stellen schiebt man mehr, als man fährt. E-Roller gibt es inzwischen auch viele – mehr dazu im Abschnitt „Was wir ehrlich sagen müssen".


Budget

Was alles kostet

Ganz ehrlich? Gili Air lässt sich für fast jedes Budget biegen. Wir haben uns bewusst in der Mitte bewegt: kein Luxus, aber auch kein Sparen um jeden Preis – und sind damit sehr gut gefahren.

Die grössten Kostenfaktoren auf der Insel sind Unterkunft und Essen. Aktivitäten wie Schnorcheln und Inselrundgang kosten fast nichts. Der grösste versteckte Kostenfaktor: ATM-Gebühren. Die Automaten auf Gili Air (es gibt nur wenige) verlangen 50.000–75.000 IDR pro Abhebung – das sind ca. 4–7 CHF. Am besten auf Bali oder Lombok genug Bargeld abheben, bevor man auf die Insel fährt. Kreditkarten werden nur in grösseren Restaurants akzeptiert.

Alle Preise in der Tabelle sind in CHF und basieren auf unserem eigenen Aufenthalt, Stand Juli 2026.

WasDetailsPreis (CHF)
Unterkunft BudgetEinfacher Bungalow, Ventilator, Bad8–15 / Nacht / Person
Unterkunft MittelklasseMit Klimaanlage, Pool20–45 / Nacht / Person
Warung-MahlzeitNasi goreng, Mie goreng, Gado-gado1.50–3.50
Restaurant-MahlzeitGegrillter Fisch, Pasta, Beachclub6–18
Kaffee / SaftLatte, frischer Kokosnuss-Saft1–3
Schnorcheln leihenMaske + Schnorchel, pro Tag2–4
SchnorcheltourGeführt zu mehreren Spots15–25
CidomoKurze Strecke quer über die Insel2–4
ATM-GebührPro Abhebung (Fremdgebühr)4–7
Tagesbudget BudgetWarung, einfache Unterkunft30–45
Tagesbudget KomfortRestaurant, Mittelklasse, Aktivitäten70–110

* Alle Preise in CHF, Stand Juli 2026.


Menschen

Die Menschen –
was uns bewegt hat

Am Ende sind es nicht die Strände, an die wir am meisten zurückdenken. Es sind die Leute. Gili Air ist klein genug, dass man nach ein paar Tagen dieselben Gesichter wiedersieht, gegrüsst wird, dazugehört – ein bisschen zumindest.

Neben dem Warung Hat gibt es einen kleinen Kiosk, und mit dem Besitzer sind wir über die zwei Wochen richtig ins Reden gekommen. Erst über das Übliche – woher, wie lange, wohin. Dann über alles Mögliche: das Leben auf einer Insel ohne eigenen Süsswasserbrunnen, die Touristen, die kommen und gehen, was er von der Welt da draussen hält und was nicht. Es waren die Gespräche, für die man zu Hause nie Zeit findet, weil immer noch irgendwas dringender ist. Hier war nichts dringender.

Neugierige Insel-Katze am Strand von Gili Air
Überall auf der Insel: freundliche Streuner
Warung-Essen mit Einheimischen
Warung-Essen mit Einheimischen

Im Flavornesia kamen wir mit dem Besitzer über die Unterschiede zwischen Indonesien und der Schweiz ins Gespräch – und es ist erstaunlich, wie schnell so ein Austausch den eigenen Blick verrückt. Die Dinge, über die wir uns daheim aufregen, wirken plötzlich klein. Und Dinge, die wir für selbstverständlich halten – sauberes Leitungswasser, ein Bus, der pünktlich kommt – sind es überhaupt nicht.

Die Bevölkerung von Gili Air ist mehrheitlich muslimisch – Lombok ist eine der wenigen Inseln in Indonesien, wo der Islam tiefe Wurzeln hat. Man hört den Azan (Gebetsruf) mehrmals täglich. Das ist Teil des Insel-Charakters, und man begegnet ihm mit Respekt. Kleidung beim Verlassen des Strandbereichs: T-Shirt und kurze Hose reichen vollkommen, kein Sarong nötig.

Der beste Tipp für Gili Air steht in keinem Reiseführer: Bleib lang genug, dass die Leute dich wiedererkennen. Ab da wird aus einer Insel ein Ort.

Praktisches

Was du wissen solltest

Ein paar Dinge, die in keinem anderen Guide so stehen – weil sie uns selbst überrascht haben, nicht weil wir sie clever fanden. Alles aus eigener Erfahrung, Stand Juli 2026.

Was gehört in den Koffer für Gili Air? Reef-safe Sonnencreme, Mückenschutz, eine eigene Trinkflasche zum Auffüllen und leichte, atmungsaktive Kleidung reichen für die Insel. Die komplette Packliste für die ganze Reise gibt's in unserem Packliste-Guide.
Geld & ATMs: Unbedingt vorher abheben

ATMs gibt es auf Gili Air – aber nur wenige, und die Gebühren sind hoch: 50.000–75.000 IDR pro Abhebung (ca. 4–7 CHF). Am Wochenende sind sie oft leer oder ausser Betrieb. Wechselkurse an Geldwechselbüros auf der Insel sind schlechter als auf Bali oder Lombok. Unsere Empfehlung: Auf Bali oder Lombok genug Bargeld abheben, bevor man auf die Insel fährt. Ca. 100–150 CHF pro Woche für ein mittleres Budget reichen gut. Kartenzahlung nur in grösseren Restaurants und einigen Boutique-Unterkünften möglich.

Plastikmüll & Umwelt – ein ehrliches Thema

Leitungswasser ist nicht trinkbar – das führt zu einem erheblichen Plastikproblem auf der Insel. Mehrwegflaschen bei Depots auffüllen lassen (0.10–0.20 CHF pro Liter) ist günstiger und produziert weniger Müll. Das Meer spült regelmässig Plastik an die Strände – besonders nach starkem Regen oder Wind aus Richtung Java. Einige Unterkünfte und Tauchschulen organisieren Strandputz-Aktionen – mitmachen lohnt sich. Auch: keine Einwegplastik-Strohhalme verwenden, viele Cafés bieten bereits Bambusstrohhalme an.

Internet & Kommunikation auf der Insel

WLAN ist in fast allen Unterkünften verfügbar – aber die Verbindung ist oft langsam und unzuverlässig, besonders in der Hochsaison wenn viele gleichzeitig online sind. Für verlässlicheres Internet: indonesische SIM-Karte am Flughafen Bali kaufen (Telkomsel oder XL Axiata, ca. 8–12 CHF für 20–30 GB). Das Netz auf Gili Air ist erstaunlich gut – 4G an den meisten Stellen der Insel, nur im Inselinnern etwas schwächer. Videocalls und Streaming funktionieren damit problemlos.

Gesundheit & medizinische Versorgung

Auf Gili Air gibt es eine kleine Klinik und eine Apotheke für die Grundversorgung. Für grössere medizinische Probleme oder Tauchunfälle ist die nächste Dekompressionskammer auf Lombok oder Bali – das ist wichtig zu wissen, wenn man taucht. Reisekrankenversicherung mit Tauchunfall-Deckung ist Pflicht, nicht Kür. Reisedurchfall ist möglich – Leitungswasser meiden, Eis in Drinks hinterfragen, Warungs mit hohem Umsatz wählen (frischer = sicherer). Mückenschutz abends (Malaria ist auf den Gilis kein Thema, aber Dengue-Mücken gibt es). Sonnenschutz – die Sonne brennt hier stark, auch bewölkt.

Beste Reisezeit – wann sollte man fahren?

Trockenzeit Mai–Oktober: Die beste Zeit. Sonne, wenig Regen, ruhiges Meer, gute Sicht beim Schnorcheln. Hochsaison Juli und August bedeutet mehr Touristen und höhere Preise – frühzeitig buchen. Regenzeit November–April: Kurze aber intensive Regenschauer, hauptsächlich nachmittags/abends. Weniger Touristen, günstigere Preise, entspanntere Atmosphäre. Schnorcheln ist meist möglich, die Sichtweite kann aber etwas schlechter sein. Wir waren im Juli da – Trockenzeit, perfektes Wetter.

Sicherheit & Alltag auf der Insel

Gili Air ist sehr sicher – Kriminalität ist kaum ein Thema. Man kann nachts unbesorgt durch die Insel laufen. Wertsachen im Zimmer in der Unterkunft lassen oder im Safe aufbewahren, wenn vorhanden – nicht aus Angst, sondern aus gutem Habit. Kleider und Badezimmerutensilien können unbesorgt am Strand liegen gelassen werden. Die Inselgemeinschaft ist klein und eng vernetzt – Diebstahl würde schnell auffallen.


Ohne Filter

Was wir ehrlich sagen müssen

Jetzt der Teil, den die Hochglanz-Guides gern weglassen. Gili Air wird überall als autofreies, unberührtes Paradies verkauft. Das stimmt so nicht mehr, und wir würden uns komisch fühlen, das zu verschweigen. Vier Dinge, die du wissen solltest, bevor du kommst.

Die E-Roller

Und zwar nicht ein, zwei vereinzelte – es sind viele. Autofrei heisst hier längst nicht mehr motorfrei. Überall surren Elektroroller durch die Sandwege, leise zwar, aber ständig, und die vielbeschworene totale Stille, mit der jeder Guide wirbt, ist damit schlicht vorbei. Uns hat das ehrlich gestört. Man kommt für die Ruhe – und weicht dann doch dauernd Rollern aus.

Der Müll

An einigen Abschnitten, vor allem dort, wo die Strömung ihn anspült, liegt deutlich mehr herum, als einem lieb ist. Angeschwemmtes Plastik, das liegen bleibt und dem türkisen Postkartenbild einen Strich durch die Rechnung macht. Das ist kein reines Gili-Air-Problem, sondern eines der ganzen Region und letztlich der ganzen Welt – aber wer die makellose Trauminsel im Kopf hat, sollte es vorher wissen.

Die Korallen

Ein eigenes Kapitel. Direkt vor unserer Unterkunft, ein Stück weiter draussen, waren die Riffe noch richtig schön und lebendig – dafür kommt man her. An anderen Stellen rund um die Insel aber ist vieles kaputt, ausgeblichen, tot. Am meisten wehgetan hat uns etwas anderes: Wir haben mehrmals Touristen gesehen, die im flachen Wasser einfach auf den lebenden Korallen herumstiegen. Ob aus Unwissen oder Gleichgültigkeit – kaputt ist kaputt, und jeder Schritt zählt. Wer schnorchelt: Flossen hoch, Füsse weg vom Riff. Immer.

Baustelle und verlassener, mit Graffiti besprühter Pool am Strand von Gili Air
Nicht alles ist Postkarte – Baustellen und Verfall gehören auch dazu
Handgemaltes Holzschild: Don't wait for the perfect moment, take the moment and make it perfect
Trotzdem: der Grundton der Insel

Die Cidomo-Pferdekutschen

Sie gehören zum Inselbild, sind für viele ein Foto wert – aber wie es den Pferden bei Hitze und schwerer Last geht, fanden wir schwer mitanzusehen. Wir sind gelaufen. Die Insel ist klein genug, dass man kein Pferd dafür braucht.

Uns hat all das die zwei Wochen nicht vermiest, nicht einmal ansatzweise. Aber ehrlich ist ehrlich, und wir schreiben lieber, wie es ist, als wie es sich besser verkaufen würde.

Kurz gesagt: Gili Air ist schön, aber nicht das unberührte Paradies der Bilder. Wer das weiss und damit rechnet, hat zwei wunderbare Wochen. Wer die perfekte, leere Trauminsel ohne jeden Makel erwartet, wird enttäuscht – und ist auf einer der abgelegeneren Inseln besser aufgehoben.

Unser Urteil

Gili Air – ehrliches Fazit

Gili Air ist nicht perfekt. Es gibt Plastikmüll am Strand, E-Roller die das autofreie Idyll etwas brechen, und ATMs mit Gebühren die weh tun. Aber es gibt auch Sonnenuntergänge, die uns sprachlos gemacht haben. Schildkröten auf Armreichweite. Warungs, die nach Hause schmecken. Menschen, die man nicht so schnell vergisst.

Wir hatten von Anfang an zwei Wochen für Gili Air eingeplant. Und wenn wir ehrlich sind: Wir hätten noch länger bleiben können.

Gili Air eignet sich für alle, die vom Trubel Balis genug haben und etwas Echteres suchen. Nicht für alle – wer Action, Nachtleben und voll ausgebaute Touristen-Infrastruktur sucht, ist auf Gili Trawangan besser aufgehoben. Aber wer sich Zeit nimmt, wird auf Gili Air eine der schönsten Inseln Südostasiens finden.

Wolkenverhangener Sonnenuntergang über Gili Air

Westseite Gili Air – jeden Abend

9/10Schnorcheln
8/10Essen
9/10Atmosphäre
9/10Menschen
7/10Infrastruktur

FAQ

Häufige Fragen

Wie kommt man nach Gili Air?
Von Bali per Schnellboot: 2–3 Stunden, ca. 45 CHF. Von Lombok ab Bangsal: 15–20 Minuten, wenige Franken – wartet bis es voll ist.
Gibt es wirklich keine Autos?
Motorisierte Fahrzeuge sind verboten. Inzwischen gibt es E-Roller, aber das Grundflair ist noch da: ruhig, langsam, menschlich.
Wie viele Tage sollte man einplanen?
3–4 Tage für einen ersten Eindruck. Wer schnorcheln und die Insel wirklich fühlen will: mindestens eine Woche. Wir hatten von Anfang an 2 Wochen gebucht.
Was kostet ein Tag auf Gili Air?
Budget: 30–45 CHF/Tag (Warung-Essen, einfache Unterkunft). Mit Komfort und Restaurantessen: 70–110 CHF.
Ist Gili Air für Familien geeignet?
Ja – der Strand ist sanft, das Wasser flach am Ufer, keine Autos. Schildkröten zu sehen ist für Kinder unvergesslich. Sonnenschutz, sauberes Trinkwasser und Mückenschutz abends beachten.
Brauche ich Tauchkenntnisse?
Nein. Schnorcheln benötigt keinerlei Vorkenntnisse – schwimmen können reicht. PADI Open Water Kurse werden auf der Insel angeboten (~250–350 CHF).
Ist die Insel nach dem Erdbeben 2018 erholt?
Grösstenteils ja. Die Infrastruktur wurde wiederaufgebaut. Das Korallenriff hat an einigen Stellen noch gelitten. Insgesamt: Die Insel funktioniert und ist wunderschön.
F+M
Fabienne & Marc
WirWeitWeg · Solothurn, Schweiz
Wir sind ein Paar aus Solothurn und seit 30. Juni 2026 auf Weltreise durch Asien. Gili Air war eine unserer ersten Stationen – und eine der besten. Alles in diesem Guide basiert auf eigener Erfahrung vor Ort.